Verkehrte Pokal-Welt bei den Baskets 96 Die Erste fliegt, die Zweite siegt

12. November 2019 Tarik Cajo

Verkehrte Pokal-Welt bei den Baskets 96 Die Erste fliegt, die Zweite siegt

Verkehrte Pokal-Welt bei den Baskets 96
Die Erste fliegt, die Zweite siegt

Von Adrian Rehling

Wieder einmal hat der Pokal bewiesen, dass er seine eigenen Gesetze hat. Das bekamen nun die beiden Teams der Baskets 96 Rahden im DRS-Pokal zu spüren.

Die größten Hoffnungen in diesem Wettbewerb lagen natürlich auf der ersten Mannschaft. Doch die Bundesliga-Crew erwischte ein schweres Los für die Achtelfinal-Regional-Gruppe. Der Reihe nach: Der Auftakt am Pokal-Doppelspieltag verlief ohne Probleme. Rahden hatte wie erwartet mit der Drittvertretung der Köln 99ers keine Schwierigkeiten und siegte locker mit 91:50 (39:25).
Im zweiten Spiel ging es im Duell der beiden Auftaktsieger gegen die Rhine River Rhinos aus Wiesbaden. Diese hatten die Roller Bulls Belgien im Duell zweier Bundesligisten mit 62:56 geschlagen, dabei allerdings auch einige Kräfte gelassen.
Lange Zeit war die Partie sehr ausgeglichen. Nach dem ersten Viertel hieß es 22:21 für Wiesbaden, zur Pause lagen die Baskets 96 beim 43:39 mit vier Zählern in Führung. Und als die heimischen Korbjäger dann zum Ende des dritten Viertels ein komfortables 58:50 erspielt hatten, sah alles nach der Vorentscheidung aus. Doch Wiesbaden bündelte alle Kraftreserven und schaffte ein am Ende dramatisches 72:70. Erneut eine unnötige Niederlage für die Rahdener Erste, die das Ende der Final-Four-Träume besiegelte. Trainer Josef Jaglowski war bedient: „Es ist unerklärlich, wie wir den Vorsprung noch aus der Hand geben konnten.“

Ganz anders sah die Gefühlslage bei der eigenen Reserve aus. Diese trat in einer reinen Zweitliga-Vierergruppe an. Zum Auftakt ging es gegen den Rahdener Dauerrivalen aus Hannover. Und die Zweite machte mit den Niedersachsen kurzen Prozess, gewann das Spiel haushoch mit 80:40.
Im „Endspiel“ kam es zum Aufeinandertreffen mit dem BBC Münsterland. Gleichzeitig die Chance zur Revanche nach der unglücklichen 46:48-Niederlage vor genau zwei Wochen. Die Baskets 96 legten mit ordentlichen Wut im Bauch los. Beim 19:8 durch Krzysztof Kozaryna war die Führung bereits früh zweistellig, der Pole erzielte mit diesem Korberfolg zwei seiner insgesamt herausragenden 35 Punkte. Auch im zweiten Viertel war er kaum zu stoppen, sodass der Vorsprung beim 35:23 zur Halbzeit weiterhin solide war.
Bis zum Ende des dritten Viertels schmolz die Führung aber immer mehr dahin, letztlich verkürzte Ex-Baskets-Akteur Jens Wibbelt mit sechs Punkten in Serie von 47:39 auf nur noch 47:45 für Rahden. Die Gastgeber sorgten zu Beginn des Abschlussviertels allerdings ebenfalls mit einem starken Zwischenspurt für die Entscheidung. Tarik Cajo krönte einen 6:0-Lauf mit einem Korbleger zum 55:46, die Entscheidung. Den Schlusspunkt zum 67:56 setzte letztlich der überragende Kozaryna mit einem verwandelten Freiwurf. Trainer Frits Wiegmann schwärmte: „Das waren zwei hervorragende Auftritte der Mannschaft. Wir hoffen jetzt auf ein tolles Los für das Viertelfinale.“Diese Hoffnung wurde erfüllt: Erneut geht es gegen ein Team aus Hannover, diesmal gegen die erste United-Formation. Ein attraktives, zugleich aber nicht aussichtsloses Los.