Schulprojekt -„Schule am Weserbogen“ in Bad Oeynhausen

 

Möglichst vielen Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen den Rollstuhlsport nahe zu bringen, ist der Grund dafür gewesen, eine Kooperation mit der „Schule am Weserbogen“ in Bad Oeynhausen, zu beginnen.Die SaW ist eine LWL (Landsschaftsverband Westfalen – Lippe) – Förderschule mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung.Im 11 – jährigen Bildungsgang durchlaufen die Kinder die Primar- Mittel- und Abschlussstufe.Der Unterricht erfolgt – den individuellen Lernvoraussetzungen entsprechend – nach den Richtlinienbezügen für Schwerstbehinderte, Geistigbehinderte, Lernbehinderte, Grundschule und in Einzelfällen Hauptschule.Ab Januar 2017 war es dann soweit. Jeden Freitag sind die Baskets seitdem in der Schulepräsent. Seit Mai 2018 werden die Trainings- u.Übungsstunden von mir geleitet. Dafür habe ich eine Ausbildung zum Übungsleiter für Behinderten- und Rollstuhlsport absolviert.Angeboten wird, in zwei Gruppen, Rollstuhlbasketball und Mobilisationstraining im eigenenRollstuhl.Rollstuhlbasketball:Die Rollstuhlbasketballgruppe besteht aus ca. 10 Jugendlichen von 11 – 18 Jahren, mit unterschiedlichen Behinderungen, sowohl körperlichen, motorischen, als auch geistigen Defiziten. Auch Fußgänger haben in der Schule den Sport für sich entdeckt!Das Training läuft genauso ab, wie in jedem Verein auch, mit der Ausnahme, dass Übungen und Abläufe einfühlsam gezielter erklärt und öfter wiederholt werden müssen. Nach dem Aufwärmen und diversen Übungen, wird das Training immer mit einem Spiel beendet. Auch 2 bis 3 Turniere mit anderen Schulen werden im Schuljahr durchgeführt.Die Jugendlichen lernen einen strukturierten Trainingsablauf kennen, angefangen mit der Vorbereitung der Halle, Rollstühle, Bälle, Körbe richten, etc. und Verantwortung zu übernehmen. Sie lernen Regeln zu befolgen, gegenseitige Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft. Was meines Erachtens aber das Wichtigste ist, ist unter anderem die Steigerung ihres Selbstvertrauens, die Bewegung in der Gemeinschaft, und die Lebensfreude.„Ich kann das schaffen, ich kann mich in meinen Leistungen steigern, oder, wenn dieses nicht möglich ist, werde ich doch geschätzt und als ein volleswertiges Mitglied der Gemeinschaft angesehen.“ Dieses Gefühl nimmt jeder Teilnehmer auch mit in sein tägliches Leben. Mobilisationstraining:In dieser Gruppe sind Kinder (7 – 15 Jahre) mit vermehrt schweren körperlichen und geistigen Behinderungen. Wie der Name schon sagt, wird versucht die Mobilität zu steigern und den Umgang mit dem eigenen Rollstuhl richtig zu erlernen.Z.B. der richtige Griff am Greifreifen, geradeaus- und rückwärts fahren, auf der Stelle drehen, das richtige bremsen während der Fahrt (vorwärts und rückwärts), fahren auf unterschiedlichen Untergründen, bergauf und bergab fahren, kippeln etc..Koordinierte Bewegungen werden trainiert, beispielsweise bei praktischen Übungen,

Mannschaftsspielen (z.B. Wheelsoccer), Erlebnisspiele (z.B. Bäumchen, Bäumchen wechsel dich) und beim Tanzen, welches den Kindern immer besondere Freude macht.Ziel ist es in dieser Gruppe auch das Selbstvertrauen zu steigern und die Beweglichkeit zuerhalten und zu fördern.In beiden Gruppen gilt: die Übungen sollen die Persönlichkeitsentwickung und das eigenständige und verantwortliche Handeln fördern.Schließen möchte ich mit einem Zitat und einer Aussage von Dr. Horst Strohkendel: „Es ist nichts fruchtbarer als Erfolg.“Erfolge wirken besonders bei ängstlichen Menschen und bei Personen, die eine negative Lerngeschichte hinter sich haben. Menschen mit einer schweren Behinderung befinden sich in dem Teufelskreis häufiger Misserfolgserlebnisse, den es im Rehabilitationssport durch Vermittlung von Erfolgserlebnissen zu durchbrechen gilt.
Es grüßt euch
Kersten Schwarz