„Es ist kaum in Worte zu fassen“

„Es ist kaum in Worte zu fassen“

„Es ist kaum in Worte zu fassen“

Von Adrian Rehling

Der Traum ist wahr geworden. Die Baskets 96 Rahden sind dank des 71:55-Erfolgs in München nicht mehr von einem Playoff-Platz zu verdrängen. Damit gehören sie zu den besten sechs Rollstuhlbasketball-Teams Deutschlands.

„Kann mich mal jemand zwicken?“, fragte Baskets-Präsident Stephan Rehling nach dem Erfolg im Süden in die Runde. Soeben hatte seine Mannschaft die Erfolgsgeschichte des Klubs auf ein neues Level gehoben, zum ersten Mal in der 24-jährigen Vereinsgeschichte nehmen die Rahdener an der Endrunde um die deutsche Meisterschaft teil. „Es ist kaum in Worte zu fassen, wie sich das anfühlt“, schwärmte Rehling nach dem großartigen Triumph.
Entschlossen, diesen Riesenerfolg bereits am vorletzten Spieltag einzutüten, legten die heimischen Korbjäger in der Säbener Halle eine schnelle 8:0-Führung vor. Rahden traf vier seiner fünf Wurfversuche, während die gastgebenden RBB Iguanas in den ersten fünf Minuten nicht einen erfolgreichen Korbversuch verzeichnen konnten. Doch München kämpfte sich heran, bis zum Ende des ersten Viertels war der Rückstand auf 13:17 verkürzt, Mitte des zweiten Viertels führten die Gastgeber plötzlich mit 22:21. Es sollte allerdings die einzige Führung für die Iguanas bleiben, denn Krzysztof Bandura, Mustafa Korkmaz sowie Quinten Zantinge drehten die Partie zum 29:22 aus Rahdener Sicht um. Mit einem 31:24 ging es in die Halbzeit, in der Trainer Josef Jaglowski vor allem noch einmal an die Konzentrationen seiner Akteure appellierte.
Mit durchschlagendem Erfolg, wie sich in den folgenden zehn Minuten zeigen sollte. Rahden setzte sich mit einem 8:2-Lauf dank Bo Kramer, Mustafa Korkmaz und Krzysztof Bandura auf 39:26 ab – die Vorentscheidung. Am Ende des dritten Viertels stand ein komfortabler 57:37-Vorsprung auf der Anzeigetafel, der in einem 71:55-Auswärtssieg mündete.
Neben der erfolgreichen Playoff-Teilnahme haben die 96er ein zweites Ziel gleich mit erreicht. Mit 18 Punkten ist Rahden von der Konkurrenz nicht mehr von Tabellenplatz vier zu verdrängen – und dieser berechtigt in den Playoffs gegen den Fünften zum Heimvorteil in einem möglichen entscheidenden Duell. Der Gegner wird unterdessen noch am letzten Spieltag in einem direkten Aufeinandertreffen ermittelt, denn die punktgleichen Mannschaften aus Wiesbaden und Hamburg haben beide 16 Punkte auf dem Konto. Rahden trifft auf den Sieger der Partie, kann allerdings bereits jetzt mit gesundem Selbstvertrauen der Aufgabe entgegentreten. Denn den direkten Vergleich gewannen die heimischen Korbjäger gegen beide Teams. Doch das ist aktuell noch (nahe) Zukunftsmusik.
„Wir können es uns erstens eh nicht aussuchen und zweitens müssen wir jeden Gegner schlagen, um unsere weiteren Träume verwirklichen zu können“, so Rehling. Auch Trainer Jaglowski sieht das so: „Es sind die sechs besten Mannschaften der Rollstuhlbasketball-Bundesliga. Da ist für uns jedes Duell ein Endspiel.“ Zuvor heißt es am kommenden Wochenende gegen Liga-Schlusslicht Zwickau seinen Rhythmus zu halten. Um dann weiteren Highlights entgegenzustreben.