15. Oktober 2019 Tarik Cajo

Böse Fehlentscheidung raubt Baskets den möglichen Sieg

Böse Fehlentscheidung raubt Baskets den möglichen Sieg

 

Von Adrian Rehling

 

Es war wie immer, wenn es gegen Hannover United geht. Duelle mit dem Dauerrivalen werden regelmäßig zu Dramen, so auch dieses Mal. Am Ende verloren die Baskets 96 Rahden bei den Niedersachsen mit 63:65 (34:31).

Die Anfangsphase gehörte komplett den Gastgebern. Über eine 6:1-Führung setzte sich Hannover auf 19:9 ab. Mit zu diesem Zeitpunkt überragender 80 Prozent Trefferquote, acht von zehn Würfen fanden ihr Ziel. Baskets-Trainer Josef Jaglowski nahm die Auszeit, um die gewaltige Serie zu unterbrechen. Mit Erfolg: Nermin Hujic jeweils unter dem Korb sowie Krzysztof Bandura mit einem Dreier verkürzten bis zum Ende des ersten Viertels auf 16:21.

Der polnische Zugang war es auch, der zu Beginn der zweiten zehn Minuten erfolgreich war. Es ging positiv weiter für die Baskets 96, beim 30:29 hatten sie die erste Führung erspielt. Wieder durch Bandura. Der Center warf gemeinsam mit Quinten Zantinge den Drei-Punkte-Vorsprung zur Pause heraus. Wohlgemerkt ohne den etatmäßigen Spielmacher Mustafa Korkmaz, der nach seinem Autounfall am vergangenen Wochenende noch nicht wieder einsatzbereit war.

Doch seine Teamkollegen ließen sich auch davon nicht beirren, sondern hielten den Vorsprung im dritten Viertel. Victor Meza, ebenfalls neu verpflichtet, sorgte mit vier Punkten in Serie für den 44:40 Zwischenstand und baute gemeinsam mit Bo Kramer die Führung bis zum 52:46 aus.

Auch im Schlussabschnitt sah es bis zum 56:52 gut aus für die Rahdener, ehe Hannover beim 58:56 plötzlich in Führung ging. Fünf Minuten vor Schluss, die Crunchtime konnte beginnen. Und es wurde dramatisch. Beim 63:62 durch Bandura führte Rahden 1:46 Minute vor Schluss, doch Hannovers bester Spieler Joe Bestwick erzielte zwei seiner 28 Punkte zur United-Führung.

Im Anschluss hatten die Baskets 96 gleich doppelt Pech: Erst, als ein Versuch von Quinten Zantinge am Korb eingeklemmt blieb. Eine kuriose Szene, es gab Ballbesitz für Hannover. Doch United konnte die Chance nicht entscheidend nutzen, sodass Rahden noch einmal die Möglichkeit zum Auswärtssieg hatte. Erneut war es an Zantinge, der die Entscheidung suchte. Der Korkmaz-Ersatz zog zum Korb, hatte eine optimale Wurfposition – und wurde von der Seite gefoult. Deutlich sichtbar für jeden Einzelnen in der Halle. „Nur nicht für die Schiedsrichter“, schüttelten Rahdens Verantwortliche nach dem Krimi durch die Bank den Kopf. Präsident Stephan Rehling suchte allerdings wenig später nicht nach einer Entschuldigung: „Die Szene ist unstrittig. Es muss Freiwürfe für uns geben – aber das können wir nicht beeinflussen. Was wir beeinflussen können, ist die Tatsache, dass wir das Spiel schon früher für uns entscheiden müssen. Und das ärgert am meisten.“

Trotzdem war es das traurige Ende einer dramatischen Partie, die wieder einmal an Hannover ging. Bei den Baskets wollen sie „den Kopf aber nicht in den Sand stecken. Bald können wir auf Mustafa zurückgreifen, damit werden wir noch flexibler im Angriffsspiel“, so Trainer Jaglowski.

Die Punkte erzielten: Krzysztof Bandura (28), Bo Kramer (12), Quinten Zantinge (8), Victor Meza (8), Nermin Hujic (7), Amy Kaijen sowie Kallum Stafford.

, ,