Baskets 96 scheitern erneut gegen Angstgegner

Baskets 96 scheitern erneut gegen Angstgegner

Baskets 96 scheitern erneut gegen Angstgegner

Von Adrian Rehling

Es war wie (beinahe) immer, wenn es gegen Hannover United geht. Die
Baskets 96 Rahden mussten in der Rollstuhlbasketball-Bundesliga nach
einem packenden 65:71 (34:31) zum Jahresauftakt eine Niederlage
hinnehmen.
Fünfter gegen Dritter, eine kleine Vorentscheidung im Kampf um einen
Platz in den Playoffs.
Deshalb sagte auch Baskets-Präsident Stephan
Rehling im exklusiven Westfalen-Blatt-Interview vor der Partie:
„Es wird sehr wichtig für uns sein, gegen den direkten Konkurrenten sofort einen
Akzent zu setzen. Natürlich ist da in den vergangenen Jahren eine gesunde
Rivalität entstanden. Auch deshalb ist es angesagt, endlich mal wieder
gegen Hannover einen Sieg einzufahren.“
Im Hinspiel musste er eine unnötige 63:65-Niederlage mit ansehen. Ähnlich
spannend ging es nun auch im Rückspiel zur Sache. Die heimischen
Korbjäger legten gut los, führten nach jeweils vier Punkten von Krzysztof
Bandura sowie Mustafa Korkmaz mit 8:4. Beim 12:13 hatte Hannover die
erste Führung inne, die die Baskets 96 durch den Korbleger von Bo Kramer
in ein 20:17 nach dem ersten Viertel drehen konnten.
Auch in den zweiten zehn Minuten hielt Rahden den Vorsprung auf drei bis
fünf Zähler. United blieb vor allem deshalb dran, weil Center Joe
Bestwick kaum zu bremsen war. Bis zum 34:31-Halbzeitstand für die
Rahdener hatte der Topscorer der Niedersachsen schon herausragende 17
Punkte auf dem Konto.
Noch mehr der Zahlen: Die Baskets 96 trafen gute 51 Prozent ihrer Würfe,
erspielten sich allerdings keinen einzigen Freiwurf. Ganz anders
Hannover, das achtmal an die Linie durfte und dadurch immerhin fünf
einfache Zähler markierte. Kapitän Mustafa Korkmaz sagte später: „Es war
das erwartet enge Spiel. Wir haben uns bis zur Halbzeit allerdings auch
nicht dadurch aus der Ruhe bringen lassen, dass Hannover sich einfach
nicht hat abschalten lassen – sondern haben einfach unseren Matchplan
durchgezogen.“
So auch zu Beginn des dritten Abschnitts, als eben jener Korkmaz nach nur
14 Sekunden vorbildlich auf Bandura durchsteckte, der ein Fünf-Punkte-
Polster herauswarf. Hannovers Antwort? Natürlich wieder durch Center
Bestwick, der unbedrängt traf. Rahden hingegen setzte auf die Breite des
Kaders, was Low-Pointer Jake Robinson bewies. Zweiter Wurf, zweiter
Treffer des Neuzugangs zum 38:33. Es ging bis zum 46:43 immer im selben
Takt weiter: Rahden baute die Führung auf fünf Punkte aus, Hannover kam
wieder auf drei heran.
Ein herrlich anzusehender, offener Schlagabtausch. Beim 48:49 holte sich
Hannover durch Mariska Beijer seit langem mal wieder eine Führung, rund
13 Minuten vor Schluss. Mit einem 52:53 für die Gäste ging es dann in den
Schlussakkord. „Natürlich wieder so ein Krimi“, sah es Rehling schon
kommen. Als Hannover mit drei Punkten in Führung lag, hatte Bandura exakt
sechs Minuten vor Schluss die perfekte Antwort parat: Der erste
erfolgreiche Dreier der gesamten Partie zum 59:59-Ausgleich. Doch Hannovers Reaktion darauf saß noch gewaltiger, denn die Gäste zogen mit
drei Korberfolgen in Serie zum 59:65 davon. Vor allem deshalb, weil Rahden sich nahezu keinen Defensivrebound angelte. Als dann 78 Sekunden
vor Schluss der überragende Bestwick zum 63:69 traf – seine Punkte 24 und
25 – war die Entscheidung gefallen.
Am Ende hieß es 65:71 aus Rahdener Sicht.

Die Punkte erzielten: Krzysztof Bandura (21), Mustafa Korkmaz (14), Bo Kramer (12), Nermin Hujic (6), Jake Robinson (4), Quinten Zantinge (4), Kallum Stafford.