Baskets 96 bestehen ultimative Reifeprüfung

Baskets 96 bestehen ultimative Reifeprüfung

Baskets 96 bestehen ultimative Reifeprüfung

Von Adrian Rehling

Wenn es noch einer Bestätigung bedarft hat, dann wurde diese nun abgeliefert. Die Baskets 96 Rahden mischen die Rollstuhlbasketball-Bundesliga weiter auf. In Wiesbaden gelang ein hochverdienter 75:58-Erfolg.
Zunächst allerdings hieß es, einen Rückschlag hinzunehmen. Trainer Josef Jaglowski musste nämlich wegen einer Bronchitis krankheitsbedingt passen. Doch auch ohne den Taktgeber an der Seite zeigten sich die Rahdener von Beginn an hochkonzentriert. Vielmehr noch, denn das erste Viertel glich einer Gala. Die Baskets zogen mit herausragenden 26 Zählern auf elf Punkte davon, erspielten sich eine beruhigende Führung. Doch anstatt sich auf dieser auszuruhen, wurde im zweiten Viertel sogar nachgelegt. Bis zur Pause konnte ein beruhigendes 40:27 herausgeworfen werden.
Doch Kapitän Mustafa Korkmaz wusste um den Schlendrian, der in der Hinrunde hin und wieder eingesetzt hatte. „Eine solche Phase wollten wir auf gar keinen Fall zulassen“, sagte der Spielmacher nach der Partie. In der Pause wurden also hochkonzentrierte Worte gefunden, deren Umsetzung mehr als ausgezeichnet gelang. Auch das dritte Viertel ging nämlich an die heimischen Korbjäger, sodass nach dem 18:10 in diesem Anschnitt ein völlig beruhigendes 58:37 auf der Anzeigetafel stand. Rahden konnte es sich deshalb leisten, im Schlussabschnitt alle Akteure zu ihren Spielzeiten kommen zu lassen. Am Ende stand ein Auswärtserfolg mit 17 Punkten Unterschied bei einem unmittelbaren Tabellennachbarn, der auch in dieser Höhe völlig verdient war.
Die Baskets belegen mit nun sechs Siegen aus zehn Spielen einen hervorragenden vierten Tabellenplatz – wohlgemerkt als Aufsteiger. Wenn die Formkurve weiterhin so anhält, scheint die Qualifikation für die Playoffs zum Greifen nahe. Mit einem Erfolg gegen Kellerkind Ostbelgien würde dieses Traumziel am kommenden Wochenende ein weiteres, großes Stück näherrücken. „Insgemein haben wir uns das vor der Saison vielleicht schon ein wenig so ausgemalt, denn solche Ziele sollte man sich einfach setzen“, zeigte sich Baskets-Präsident Stephan Rehling überaus zufrieden. „Da es jetzt allerdings wirklich immer realistischer wird, müssen wir uns schon hin und wieder mal zwicken.“
Die Punkte erzielten: Mustafa Korkmaz (26), Bo Kramer (20), Krzysztof Bandura (15), Victor Meza (4), Kallum Stafford (4), Quinten Zantinge (4), Krzysztof Kozaryna (2), Nermin Hujic, Amy Kaijen.
Die Rahdener Reserve musste hingegen – recht ungewohnt – in der zweiten Liga in eine Niederlage einwilligen. Von der kritischen Personalsituation betroffen, setzte es bei den BG Baskets Hamburg II ein 56:69. Es war der etwas unglückliche Abschluss einer Hinrunde, mit der sie auch bei der Rahdener Reserve mehr als zufrieden sein können.
Sieht auch Rehling so: „Es ist, bis auf kleinere Ausnahmen, eine Traumsaison für den Verein. So etwas hätten wir uns vor dieser Spielzeit kaum erträumen lassen.“ Aber Träumen ist ja bekanntlich erlaubt. Und während für die Reserve die Liga erst einmal bis Februar ruht, geht der Pokal-Traum noch in 2019 in die nächste Runde. Am 14. Dezember ist Bundesligist Hannover zu Gast, wenn das Viertelfinale ansteht. Mit einer Überraschung könnte dann zum ersten Mal ein Rahdener Team im Final Four vertreten sein – kurioserweise wäre es in dem Fall die Reserve.