29. Oktober 2019 Tarik Cajo

Baskets 96 begeistern beim besten Team Europas

Baskets 96 begeistern beim besten Team Europas

Von Adrian Rehling

Triple-Sieger im vergangenen Jahr, dreimal deutscher Meister in den zurückliegenden vier Spielzeiten: Die Thuringia Bulls sind eine Macht im europäischen Rollstuhlbasketball. Doch die Baskets 96 Rahden zeigten auswärts bei der 51:65-Niederlage eine beeindruckende Vorstellung.

Dies honorierten die Gastgeber gleich mehrfach in der Live-Übertragung. Dort hieß es: „Wir sind fasziniert von den Rahdenern. Wie sie arbeiten, wie sie fighten, wie sie allen Beweisen wollen, dass sie zurecht in dieser Liga spielen“ und „Es war von der Spannung her sensationell, weil es zu keinem Zeitpunkt 100 Prozent entschieden war.“ Ein mehrfaches Lob, das sich die Baskets 96 redlich verdient hatten.

Nach dem ersten Viertel hieß es allerdings, sich erst einmal ein wenig zu schütteln. Die Bulls legten mit einer frühen Presse und mächtig Tempo ein 23:9 nach nur zehn Minuten vor. Besonders der Amerikaner Matt Scott war kaum zu stoppen, erzielte elf Zähler bis zu diesem Zeitpunkt. Im zweiten Viertel lief es dann schon deutlich besser für die Rahdener, die angetrieben von Mustafa Korkmaz den Rückstand wieder einstellig dezimiert hatten. Bis zum Halbeitpfiff war es vor allem der Spielmacher der Baskets, der 16 (!) von 21 Punkte der Gäste erzielte und damit seine Mannschaft im Spiel hielt.

Die Halbzeitworte von Trainer Josef Jaglowski schienen genau richtig gewählt worden zu sein, denn nach dem 21:35-Rückstand kam Rahden immer näher heran und lag beim 32:37 plötzlich nur noch mit fünf Zählern hinten. Ein Warnsignal für die Bulls, die zwischenzeitlich etwas unruhig wurden, dann aber mit einem starken Zwischenspurt beim 51:36 die Vorentscheidung geschafft hatten.

Dennoch: Die Baskets 96 Rahden ließen sich nicht abschlachten und hielten den Rückstand in einem mehr als angemessenen Rahmen. Eine Niederlage beim – natürlich – noch verlustpunktfreien Triple-Sieger mit nur 14 Punkten war aller Ehren wert. Sah auch Trainer Jaglowski so: „Niemand verliert gerne. Aber unser Gegner ist eine Macht in unserem Sport. Sowohl auf dem Court, als auch abseits des Platzes.“ Damit spielte Jaglowski auf die Rahmenbedingungen an, die in Elxleben herrschen.

Toll: Während der Spielpausen kam eine Cheerleader-Gruppe zum Einsatz, die unter anderem eine Rollstuhlfahrerin in ihren Reihen hatte. Deshalb schwärmte auch Rahdens Präsident Stephan Rehling in den höchsten Tönen: „Davor kann man einfach nur den Hut ziehen. Bei den Thuringia Bulls wird der Rollstuhlbasketball gelebt. Da ist jeder Spieltag ein richtiges Event.“ Und so konnten sowohl Sieger als auch Verlierer nach diesen 40 Minuten (beinah) vollkommen zufrieden sein.

Die Punkte erzielte: Mustafa Korkmaz (20), Krzysztof Bandura (13), Krzysztof Kozaryna (7), Quinten Zantinge (5), , Nermin Hujic (2), Victor Meza (2), Kallum Stafford (2) sowie Amy Kaijen.

 

Foto: Thuringia Bulls